Donnerstag, 12. September 2013

Herrensakko - Teil 1 / Making of a Men's Tailored Jacket - Part 1

Nachdem ich meinem Mann schon seit Jahren verspreche, ihm ein Sakko zu nähen, kam mir der Workshop in der Nähfabrik gerade recht. Dort wird die Verarbeitung gut gezeigt, und ich konnte mich endlich überwinden, dieses lange aufgeschobene Projekt in Angriff zu nehmen.

A long time ago I promised my husband to make a tailored jacket for him. Last months there was a workshop at the Nähfabrik, which was my kickoff for this, such a long time postponed, project. With many photos there is shown the making of a men's jacket. 

Herrenschnitte sind ja in den Schnittmusterzeitschriften Mangelware. Aber in der Burda 4/2013 wurde ich fündig. Das Modell 134 ist zwar sehr sportlich mit 4 aufgesetzten Taschen, aber das heißt ja nicht, dass man diese Taschen nicht ersetzen kann. Vorteil dieses Modells: es ist eine Langgröße, und die braucht mein Mann mit seinem langen Oberkörper unbedingt.

Patterns for men's clothes are very rare in pattern magazines. But in Burdastyle 4/2013 I discovered one. Pattern No. 134 is very sportive with the patch pockets, but it is no problem to change these into piped pockets. Advantage of this pattern: it is a long size, and this is necessary for my husband's long upper part of the body.

Also hab ich mich als erstes drangemacht, ein Nesselmodell zu nähen. Sieht ja schon gar nicht so schlecht aus.

So I started with a test garment - doesn't look bad, doesn't it?



Natürlich war noch die eine oder andere Änderung notwendig, die ich dann gleich in den Schnitt eingebaut habe. Ein 2. Probemodell habe ich mir erspart - Fehler Nr. 1.

Of course there were necessary some amendments, which I built into the pattern. For a second test garment I was too lazy - mistake no. 1.

Und so ging ich frohen Mutes ans Werk. Mein Mann durfte sich aus meinem Fundus einen Stoff aussuchen, und er hat ein ein graues Mischgewebe gewählt. Optimal für das erste Sakko (den teureren Wollstoff wollte ich dafür noch nicht anschneiden). Dazu hat er sich ein schönes Futter mit Paisleymuster ausgesucht. Solche Futterstoffe sind bei uns sehr schwer zu bekommen, und als es diese in einem Fabriksverkauf mal gab, habe ich einige Farben mitgenommen.

And so I couldn't expect to start. My husband was allowed to select a fabric out of my stash. He choose a grey blended fabrik. Perfect for the first jacket (the more expensive wool I didn't want to use for the first piece). Matching this fabric he choose a beautiful lining with paisley pattern. Such linings you can hardly get here, and when I sew them at an outlet store, I bought several colors.

Als erstes habe ich den Stoff und die Einlagen zugeschnitten und dann gefühlte Stunden mit dem Aufbügeln verbracht (Hilfe! Ich brauche unbedingt eine Bügelpresse)! Bei einem Herrensakko sind ja fast alle Teile mit Einlage bebügelt, da kriegt man mit einem normalen Bügeleisen die Krise.

First I cut the fabric and the interfacings and pressed them together, which took hours, I thought (Help! I really need an ironing press!). Nearly all parts of the jacket are ironed with interfacings, and with a normal iron you get really mad.

Endlich ging es mit dem Nähen los. Paspeltaschen habe ich ja schon bei den Herrenhosen öfters gemacht, und so gingen mir diese leicht von der Hand. Auch die Taschenklappen waren kein Problem (wenn man die gleich in der richtigen Breite zuschneidet ...).

At last I could start to sew. Piped pockets I have already made some times in trousers, and so they weren't difficult to sew. Also the flaps were easy to make (if you cut them out in the right size ...). 


Generell hatte ich mir das Nähen schwieriger vorgestellt. Das Innenfutter bekam auch eine Paspeltasche (Gott sei Dank braucht mein Mann nur eine ...), und mein Logo darf natürlich auch nicht fehlen. 

Generally I found sewing the jacket not very difficult. The lining got a piped pocket, too, and my logo must not miss. 


Aber die Schwierigkeiten sollten dann ja noch kommen - beim Revers und beim Kragen. Diese Dinge sind ja wirklich kniffelig. Da muss alles auf den Millimeter stimmen. Also habe ich mich extrem konzentriert, den Kragen angenäht und dann den Revers mit dem Innenbeleg verstürzt. Die Nahtzugaben eingeschnitten und zurückgeschnitten, damit alles wirklich sauber ist. Ganz stolz war ich, weil wirklich alles sehr akkurat war. Man soll sich nicht zu früh freuen - Fehler Nr. 2.

But the difficulties were sneaking up when sewing the collar and the revers. These things are really difficult to sew. Every millimeter has to fit properly. Therefore I worked very concentrated, sewed an the collor and then turned over the revers with the facing. Then I cut down the seam allowances and clipped them to get all very neatly. I was very proud, because it was perfect. Never feel happy too early - mistake no. 2. 

Ja, und dann habe ich festgestellt, dass ich die Innenbelege seitenverkehrt angenäht hatte. Ich hätte heulen können. Alles noch einmal auftrennen und auf den verkürzten und eingeschnittenen (!) Nahtzugaben neu nähen! Normalerweise hätte ich hier das Projekt schon geschmissen. Aber nein, eisern sein, dabei bleiben und alles so gut wie möglich richten. Was auch ganz gut gelungen ist, nur war ein Kragen vom Anstoß des Revers zur Kragenecke länger als die andere Seite, und der Kragensteg lugte bei aufgeklapptem Kragen hervor.

And then - and then I realized that I had sewn the facings to the revers mirror inverted. I was moved to tears. This meant, ripping all seams and sewing them to the cut and clipped seam allowances! Normally I would have chuck this project up. But no, be disciplinated, stick to it and try to repair your mistake.  It succeeded, but the collar was longer on one side (from the point where it meets the revers to the corner). And the collar stand look out.


Das war der Zeitpunkt, wo ich aufgeben wollte, und das habe ich meinem Mann dann auch gesagt. Und der war ganz traurig, weil er gesehen hat, wie viele Stunden ich bereits in das Stück investiert hatte.

This was the time I really wanted to give up and I told this to my husband. He was very sad, because he again woulnd't get a fine jacket and he knew how many hours I already put into this project. 

Nach einmal drüber schlafen habe ich dann beschlossen, doch weiter zu machen. Ich habe den fehlerhaften Kragen wieder aufgetrennt und durch Ausnützen der verbliebenen Nahtzugabe und ein bisschen Herumschieben der Naht letztendlich doch wieder alles retten können - PUH!

Sleeping it over I decided not to resign. I ripped of one side of the collar and with the last millimeters of the seam allowance and sliding the seam, I rescued the jacket - POOH!

Und wie es weitergeht, und was es mit Fehler Nr. 1 auf sich hat, erfährt ihr in den nächsten Tagen.

How it is continued, and what I meant with mistake no. 1, you will find out within the next days. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen